Veröffentlichung über Createspace

Sein eigenes Buch zu veröffentlichen, davon träumen viele Hobbyautoren.

Aber das Wort "Selbstverlag" verbinden die meisten Leute mit hohen Kosten und viel Arbeit.

Viel Arbeit ist es tatsächlich, aber hohe Kosten müssen nicht sein. Ich habe z.B. den Dienst Createspace genutzt, um meinen Roman "Pablo" zu veröffentlichen.

 

Createspace ist ein Unternehmen, dass einen Book-on-Demand Service anbietet.

D.h. man übermittelt alle notwendige Dateien an Createspace und kann das Buch ein paar Tage später bestellen.

Createspace gehört zu Amazon, per Createspace veröffentlichte Bücher sind auf Amazon für jedermann bestellbar.

Lange Zeit war Createspace nur in den USA verfügbar, doch das hat sich vor einigen Wochen geändert!

Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern wie zum Beispiel BoD tritt man bei Createspace keine Rechte an den Anbieter ab, außerdem ist es in der Grundversion komplett kostenlos, es fallen auch keine versteckten Kosten an, wie z.B. Datenhaltungskosten o.Ä.

Wer sein eigenes Buch ohne finanzielle Investitionen in gedruckter Form veröffentlichen will, ist meiner Meinung nach bei Createspace genau richtig.

Meine Erfahrungen möchte ich an dieser Stelle mit dem geneigten Leser teilen.

Das Buch schreiben

Dabei kann ich leider kaum behilflich sein. Ihr benötigt nur Fantasie und Durchhaltevermögen.

Danach empfiehlt es sich, das Buch ausführlich von mehreren Leuten auf Fehler überprüfen zu lassen und auch selbst mehrmals durchzugehen.

Ein Buch voller Rechtschreib-, Grammatik- und Logikfehler wirkt unprofessionell. Dafür möchte niemand Geld ausgeben.

Die Wahl des Formats

Jetzt wird es interessant. Ein Buch ansprechend zu formatieren, ist viel Arbeit.

Am Anfang sollte man sich angucken, welche Formate (Abmessungen des Buches) Createspace anbietet. Die Seite ist leider komplett auf English und alle Maße sind in Zoll angegeben.

Da heißt es fleißig umrechnen, mal die Bücher im eigenen Regal zum Vergleich messen usw.

Die Wahl des Formats ist deshalb so wichtig, weil sie einen entscheidenden Einfluss auf das Erscheinungsbild des Buches, aber auch den Preis hat.

Ein Roman im Format DinA4 wird dem Leser sehr merkwürdig erscheinen, für einen Bildband im Kleinstformat gilt das gleiche.

Der Preis richtet sich bei Createspace vor allem nach der Seitenzahl.

Um das Buch günstig anbieten zu können, sollte man also seinen Text auf möglichst wenige Seiten reduzieren.

Das Format spielt dabei natürlich eine entscheidende Rolle: Je größer die Seite, desto weniger Seiten benötigt man.

Die verschiedenen Buchformate machen, zumindest bei den Standardformaten, preislich keinen Unterschied, es kommt nur auf die Seitenzahl an!

Hier sollte sich jeder gut überlegen, wie groß das eigene Buch werden soll.

Im Falle meines Romans "Pablo" habe ich mich für 5,25 x 8 Zoll entschieden.

Das passt von der Größe her noch zu einem Taschenbuch, ist aber trotzdem schon so groß, dass ich einige Seiten einspare.

 

Wenn man sich für ein Format entschieden hat, ist es meiner Meinung nach eine gute Idee, das Buch grob vorzuformatieren.

Es gibt bei Createspace Vorgaben bezüglich der Seitenränder usw, das sollte man auf jeden Fall am Anfang einstellen!

Wenn das Buch erst einmal fertig formatiert ist, macht selbst die geringste Änderung der Ränder alles wieder kaputt.

Nachdem die Ränder so gewählt sind, dass sie optisch ansprechend sind und die Voraussetzungen von Createspace erfüllen, sollte man sich Schriftart-, Größe und Zeilenabstand zuwenden.

Jetzt kann es nämlich sein, dass man unter Umständen 100 Seiten mehr oder weniger hat als vorher.

Mit dieser Seitenzahl empfiehlt es sich, den Preiskalkulator zu bemühen.

Wenn man jetzt bemerkt, dass das Buch 25 Euro kosten wird, sollte man eventuell noch einmal über ein größeres Format nachdenken.

Dann beginnt das Spiel wieder von vorne.

Wenn alles passt, geht es weiter zum nächsten Schritt.

 

Tipps zur Einrichtung der Seite mit Seitenzahlen usw. 

Ansprechende Formatierung

Wenn Format, Schriftgröße, Ränder, Seitenzahlen usw richtig eingestellt sind, beginnt die wirkliche Arbeit.

Jetzt muss man das ganze Buch noch einmal durchgehen.

Sind die Absätze an den richtigen Stellen?

Ist die Silbentrennung in Ordnung?

Gibt es keine Schusterjungen und Hurenkinder?

Beginnen alle Kapitel auf einer linken Seite?

 

Es gibt viele Dinge, die man beachten muss, damit der Leser den Textsatz als angenehm empfindet.

 

Einen interessanten Artikel dazu gibt es hier.

 

Wichtig ist auf jeden Fall, dass man mit dem Text auf einer rechten Seite beginnt.

Denn vorher kommt schließlich noch....

 

Was mir beim Umgang mit Word aufgefallen ist:

Wenn man über die Leiste am rechten Bildschirmrand z.b. zu Seite 180 scrollt, wird die Formatierung eventuell falsch oder verschoben angezeigt.

Dann ist z.B. ein Satz auf Seite 181, der gestern noch auf 180 war.

Eine zuverlässige Methode ist es, mit Hilfe des Mausrads oder der Bild-Ab-Taste von ganz oben bis auf die gewünschte Seite zu scrollen.

Erst dann läd Word auch die vorherigen Seiten richtig.

Titelei und Impressum

Bevor der eigentliche Text beginnt, folgen ein paar spezielle Seiten, die man als Titelei bezeichnet.

Natürlich kann man sein eigenes Buch gestalten, wie man möchte, aber eine ordentliche Titelei wirkt einfach professioneller.

 

Die allererste Seite ist eine rechte Seite, denn links befindet sich die Umschlagsseite, die nicht bedruckt ist und auch nicht ins Dokument hineingehört.

Auf diese erste, rechte Seite schreibt man für gewöhnlich den Autor und den Titel des Buches in relativ kleiner Schrift.

 

Es folgt eine linke Seite, der Frontispitz. Hier macht sich meiner Meinung nach ein kleiner Text "Über den Autor" ganz gut.

 

Dann folgt, rechts, der richtige Titel des Buches.

In großen, beeindruckenden Buchstaben und mittig zentriert gehören hier noch einmal Titel und Autor hin.

 

Die nächste Seite, Links, ist das Impressum.

Das Impressum ist sehr wichtig, denn in Deutschland herrscht eine Impressumspflicht.

Was genau ins Impressum hinein gehört, kann sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Hier aber ein paar Sachen, die auf keinen Fall fehlen dürfen:

 

1. ISBN, wird euch von Createspace zugewiesen

2. Autor und Titel

3. Verlag: Das seid in diesem Fall ihr, nicht Createspace! Vom Verlag wird normalerweise eine gültige Adresse verlangt. Also schön den eigenen Namen oder die Adresse hinschreiben. Ein Pseudonym tut es hier nicht!

4. Printed in Germany by Amazon Distribution GmbH, Leipzig

 

Zusätzlich kann man noch unterbringen:

-Einen Copyright-Hinweis wie z.B. Alle Rechte verbleiben beim Autor

-Hinweis auf die deutsche Nationalbibliothek, dazu später mehr

-Informationen zu Auflage und Erscheinungsdatum

-Verwendete Schriftart (Wenn sie bei Windows/Office dabei war, darf sie ohne weitere Lizenzen verwendet werden)

 

In der gesamten Titelei gibt es für gewöhnlich keine Seitenzahlen!

 

Danach geht es endlich, auf einer rechten Seite (5), mit dem eigentlichen Text los.

Man kann natürlich auch noch eine Widmung o.Ä. voranstellen.

PDF Export und Upload

Bei Createspace kann man als "Interior" seines Buches verschiedene Dateiformate hochladen.

Ich empfehle auf jeden Fall PDF, denn da kann nichts schief gehen.

Bei .doc oder .docx Dateien ist es mir schon passiert, dass mein Buch 280 anstatt 276 Seiten hatte und alles verschoben war.

 

Prinzipiell kann man aus Word heraus in den neueren Versionen direkt als PDF speichern. Dabei wird allerdings die Bildqualität verringert.

Außerdem ist es wichtig, dass Schriften in die Word-Datei eingebunden werden und die Seitengröße beibehalten wird.

Dazu gibt es diverse Plugins und Treiber, die sozusagen in eine PDF-Datei "drucken".

Ich habe mich stundenlang damit rumgeärgert, bin aber nie zu einem vollkommen zufriedenstellenden Ergebnis gelangt.

Entweder stimmte die Seitengröße nicht, die Schriften waren nicht eingebunden, die Dateigröße war zu groß usw.

Letztendlich habe ich eine schlechtere Bildqualität in (gilt nur für Bilder, nicht für Text!) in kauf genommen, denn ich habe sowieso nur eine sehr kleine Zeichnung in der Titelei.

Wenn jemand weiß, wie man den Export als PDF perfekt hinkriegt, wäre ich für einen Hinweis dankbar.

 

Die PDF-Datei kann man anschließend bei Createspace hochladen. Sie wird automatisch auf häufige Fehler geprüft, wie z.B. zu kleine Seitenränder, fehlende Schriftarten usw.

Hier zahlt sich gute Vorarbeit aus.

Mit dem "Interior Reviewer" kann man sich eine digitale Vorschau des Buches angucken.

Man sollte überprüfen, ob alles in Ordnung ist.

Stimmt die Seitenzahl? Ist das letzte Wort auf Seite 28 auch wirklich das letzte Word auf Seite 28 in meiner Vorlage? Werden Umlaute korrekt dargestellt?

 

Wenn alles prima ist, kann man sich freuen, ansonsten muss man noch einmal nacharbeiten.

Cover

Natürlich ist das Cover ebenfalls wichtig. Es muss den Leser direkt ansprechen und neugierig machen, sollte elegant, aber nicht reißerisch gestaltet sein usw.

 

Hier bietet Createspace zwei Möglichkeiten an. Man kann entweder eine PDF-Datei hochladen, oder den Cover-Creator, eine browserbasierte Lösung, benutzen.

 

Die erste Möglichkeit sollte nur wählen, wer sich auch mit einem Grafikprogramm wie Photoshop oder The Gimp auskennt.

Es gibt diverse Vorgaben, aber auch Vorlagen von Createspace bezüglich des Cover-Dokuments.

Da geht es um Beschnittränder, die Dicke des Buchrückens usw.

 

Spätestens hier muss man wissen, ob man weißes oder cremefarbenes Papier haben möchte, um die Dicke des Buchrückens richtig zu berechnen.

Das Cover gestaltet man dann nach seinen Vorstellungen und läd es als PDF hoch.

Hier auf 300 dpi und den richtigen Farbraum achten!

Vermutlich wird das Cover letztendlich etwas dunkler, als ihr es am Bildschirm seht.

 

Den Covercreator habe ich mir nicht angeguckt. Ich nehme an, dass man dort als Nicht-Grafiker sein Cover aus bestimmten Vorlagen erstellen kann.

Das ist nach allem, was ich bisher gehört habe, relativ einfach - und auch für nicht-Grafiker schaffbar.

ISBN, Distribution, Preisgestaltung

Im einfachsten Fall wird einem die ISBN kostenlos von Createspace zugewiesen.

Damit kann man sein Buch aber nur über Createspace und Amazon verkaufen.

Wer als Verlag nicht Createspace da stehen haben möchte oder sein Buch auch anders vertreiben will, sollte hier eine der anderen Optionen wählen und über Extended Distribution (oder so ähnlich) nachdenken.

Die sind aber kostenpflichtig!

Was man genau für Möglichkeiten hat, wenn man gewillt ist, Geld auszugeben, sollte man dann in der Createspace Hilfe nachlesen. Ich weiß es nicht genau, denn ich habe die kostenlose Createspace-ISBN und Standard Distribution gewählt.

 

Dann darf man noch auswählen, wo man sein Buch vertreiben möchte. Ich habe nur Amazon Europe gewählt. Den e-Store von Createspace brauche ich nicht und auf Amazon.com (USA) kafut vermutlich sowieso niemand mein Buch.

Außerdem muss man dann Steuerformulare ausfüllen, sonst werden 30% der Tantiemen als Steuern abgeführt.

 

Tantiemen über Amazon Europe sind erst einmal steuerfrei, zumindest von Createspace aus. Trotzdem sieht der Staat es natürlich nicht gerne, wenn man viel Geld scheffelt, ohne ihm davon etwas abzugeben. Wie man diese Einkünfte in der Steuererklärung richtig aufführt oder das Finanzamt darüber informiert (Habe auch schon oft von einer angeblich erforderlichen Gewerbeanmeldung gehört), kann ich leider nicht sagen.

Sobald man nennenswerte Summen verdient, sollte man sich auf jeden Fall mit dem Thema vertraut machen, sonst gibt es nachher Ärger. Also im Zweifelsfall einfach beim Finanzamt anrufen oder den Steuerexperten aus der Nachbarschaft beim Grillabend ausfragen.

 

Der Preis, den man am Ende festlegt, ist der Listenpreis.

Darauf kommen (In Deutschland) noch einmal 7% MwSt.

D.h. Listenpreis= Endpreis / 1,07.

 

 

Letzte Schritte

Wenn Interior und Cover eingereicht sind, werden die Dateien von Createspace auf Druckbarkeit geprüft.

Das dauert normalerweise 1-2 Tage.

 

Danach kann man sich entweder ein Probeexemplar bestellen oder das Buch digital im Browser noch einmal überprüfen.

Das Probeexemplar kommt immer aus den USA, es ist dementsprechend teuer und sehr lange Unterwegs. Wer sich unsicher ist, sollte trotzdem nicht darauf verzichten.

 

Ansonsten kann man sein Buch wieder im Browser angucken, diesmal mit Cover.

Hier sollte man noch einmal auf alle kritischen Sachen achten. Ränder, Schrift, korrekte Platzierung des Covers usw.

Aber Achtung: Eine zu 100% zutreffende Vorschau erhält man nur, wenn man das Probeexemplar bestellt.

 

Mir hat die Browservorschau gereicht. Danach muss man noch einmal hoch und heilig bestätigen, dass alles in Ordnung ist und Createspace unschuldig, sollte doch noch etwas im Argen liegen.

Danach ist man fertig!

 

Nach ein paar Tagen, bei mir waren es 4 oder 5, erscheint das Buch dann auch im Amazon Shop. Die Seite baut sich nur nach und nach auf. Am Anfang kann es gut sein, dass z.B. noch die Beschreibung fehlt.

Am schnellsten findet man sein Buch, wenn man nach der ISBN sucht. Die Verknüpfung zum Titel oder Autor kommt u.U. auch erst später.

Wenn es eine Kindle-Version des Buches gibt, sollten die normalerweise irgendwann automatisch aufeinander verlinkt werden, so wie es bei "Pablo" der Fall ist.

 

Als Autor hat man die Möglichkeit, bei Createspace Exemplare für den Eigenbedarf zu bestellen. Diese werden, im Gegensatz zu denen, die man bei Amazon bestellt, nur in den USA gedruckt!

Dementsprechend lang sind die Lieferzeiten und Versandkosten.

Aufgrund des niedrigen Preises und des günstigen Dollarkurses lohnt es sich aber eventuell trotzdem.

 

Den Absatz über die Pflichtexemplare für die Deutsche Nationalbibliothek habe ich mittlerweile herausgenommen. Ich hatte per Mail einige Hinweise von freundlichen Lesern erhalten, dass meine Informationen nicht ganz zutreffend seien. Da sich all diese Korrekturhinweise untereinander widersprechen, weiß ich nicht, welche Informationen tatsächlich zutreffend sind.

Deshalb mein Fazit zur deutschen Nationalbibliothek: Ich habe keine Ahnung, wie das bei Büchern über Createspace zu handhaben ist.

 

Qualität des Buches

Ich habe mein Buch ganz normal über Amazon bestellt, um es mir ins Regal zu stellen. Ich wollte nicht auf die Lieferung aus den USA warten.

Der folgende Text bezieht sich also auf ein in Deutschland gedrucktes Exemplar.

(Update: Mittlerweile habe ich auch einige Autorenexemplare aus den USA bestellt. Diese weichen Qualitativ praktisch nicht von den in Deutschland gedruckten Exemplaren ab. Vielleicht ist das Papier minimal dünner, vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein. )

 

Die Bücher von Createspace sehen fast so aus, wie ganz normale Taschenbücher.

Ich lasse einfach ein paar Bilder sprechen.

Als Papiersorte habe ich übrigens "Cream White" gewählt, das entspricht ziemlich genau dem, was man hier von Taschenbüchern kennt.

 

Insgesamt bin ich äußerst zufrieden.

Die Papierqualität stimmt, die Schrift ist gestochen scharf gedruckt, die Schnitte sind gerade und ordentlich, alles ist genau so, wie es sein sollte.

 

Wer jetzt Lust bekommen hat, auch einen "Pablo" sein Eigen zu nennen oder sich für diesen Bericht bedanken möchte:

Link zu Pablo auf Amazon

 

 

 

Habe ich etwas vergessen?

Fandet ihr den Bericht gut?

Ist alles prinzipiell in Ordnung, aber...?

 

Schreibt mir euer Feedback!

 

 

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine offizielle Anleitung, Rechtsberatung oder sonst irgendwas da. Es sind meine persönlichen Erfahrungen und mir vorliegende Informationen, die durchaus unvollständig oder sogar fehlerhaft sein können.